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31.07.2018

Wespenzeit: Kein Grund zur Aufregung!

Fachdienst Natur, Wasser und Boden rät zum verantwortungsvollen Umgang mit den Insekten und gibt Verhaltenstipps, um Stichen vorzubeugen

Im Hochsommer herrscht auch in den meisten Wespenstaaten im Landkreis Ludwigslust-Parchim Hochkonjunktur. Die gelbschwarzen Stechinsekten sind in dieser Zeit besonders aktiv und hauptsächlich darauf aus, sich und ihren Staat mit Futter zu versorgen. Dabei spielen zuckerhaltige Speisen und fleischliche Lebensmittel, wie sie beim Frühstück und Kaffeetrinken im Freien oder Grillen auf den Tisch kommen, eine besondere Rolle.
Bei dem vermehrten Wespenaufkommen an Nahrungsmitteln handelt es sich um die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris).
Deshalb rät der Fachdienst Natur, Wasser und Boden dieser Tage zur besonderen Vorsicht im Umgang mit Nahrungsmitteln im Freien, um schmerzhafte Wespenstiche möglichst zu vermeiden. Bei gesunden Menschen klingt die Giftwirkung etwa nach einer Viertelstunde wieder ab, Ausnahmen sind möglich. Der Wespenstachel bleibt meistens, anders als der Bienenstachel, nach einem Stich nicht in der Haut stecken. Dennoch ist Vorsicht geboten. Denn Wespenstiche können bei manchen Menschen Allergien auslösen, die im ungünstigsten Fall einen sogenannten anaphylaktischen Schock herbeiführen können. Dieser führt zum massiven Kreislaufzusammenbruch, zum Teil verbunden mit Bewusstlosigkeit und Schwellung der Atemwege. Dieser Zustand ist lebensgefährlich und erfordert schnelle ärztliche Hilfe.
Auch wenn die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe keinem besonderen Schutzstatus unterliegen, sollten die Tiere nicht absichtlich provoziert, gefangen oder getötet werden. Eine Beseitigung beziehungsweise Umsiedlung der Wespennester sollte nur in absoluten Ausnahmefällen erfolgen. In diesen Fällen empfiehlt der Fachdienst Natur, Wasser und Boden einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen und sich mit dem Ordnungsamt der Gemeinde oder Stadt in Verbindung zu setzen.
Weitere heimische Arten, wie die Kreiselwespen (Bembix spp.), Knopfhornwespen (Blattwespen, Cimbex spp.) sowie Hornissen und Wildbienenarten, sind per Gesetz besonders geschützt. Besonders Hornissen werden häufig als bedrohlich empfunden. Dass ihre Stiche hochgefährlich sind, ist allerdings ein Irrglaube. Die Stiche von Hornissen sind nicht gefährlicher als Stiche von Bienen und Wespen, heißt es aus dem Fachdienst Natur, Wasser und Boden.
Spätestens Anfang November sind die Wespen- und Hornissenvölker abgestorben. Nur die Königinnen überleben und suchen sich ein Winterquartier. Die alten Nester vom Vorjahr werden in der Regel nicht wieder besiedelt. Kann das zeitweilige Hornissennest aufgrund einer ungünstigen Lage nicht geduldet werden, darf unter bestimmten Umständen eine Umsiedlung erfolgen. Hierzu gibt die Untere Naturschutzbehörde gern Auskunft, da für die Umsiedlung von besonders geschützten Arten eine Genehmigung erforderlich ist.
Um Wespenstiche zu vermeiden, gibt der Fachdienst Natur, Wasser und Boden folgende Hinweise:

 

  • Speisen und Getränke im Freien stets abdecken,
  • Nahrungsmittel vor dem Verzehr genau betrachten,
  • Fallobst im Garten nicht liegen lassen, sondern täglich einsammeln,
  • Orte meiden, an denen Haus- und Nutztiere gefüttert werden (Futterreste ziehen Wespen an),
  • Mülltonnen und Abfalleimer geschlossen halten,
  • nicht nach Wespen schlagen (selbst eine Wespe auf der Haut sticht erst, wenn man nach ihr schlägt),
  • keine starken Parfüms, Haarsprays, stark parfümierte Sonnencremes benutzen, diese Gerüche locken Wespen an.

 

Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde
Landkreis Ludwigslust-Parchim
Fachdienst Natur, Wasser und Boden
Postanschrift: Postfach 1263,19362 Parchim
Telefon: 03871/ 722 6803