Tierseuchenbekämpfung

Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Warnung afr. Schweinepest
Quelle: bmel.de/asp © bmel.de/asp

Die Afrikanische Schweinepest / African Swine Fever (ASP / ASF) ist eine hochansteckende anzeigepflichtige Infektionskrankheit der Wild- und Hausschweine. Sie ist nicht auf den Menschen übertragbar. Ursprünglich auf den afrikanischen Kontinent begrenzt, wurden im Jahr 2007 erstmals Fälle von ASP aus Georgien gemeldet. In den Folgejahren bis heute, hat sich die Seuche über die Kaukasusstaaten und die Russische Föderation bis in die osteuropäischen EU-Staaten Estland, Lettland, Litauen und Polen ausgebreitet. Im Juni 2017 wurden erste, an ASP verendete Wildschweine aus dem Osten Tschechiens und aktuell Anfang August der Ausbruch in zwei kleinen Hausschweinehaltungen in Rumänien gemeldet.

(https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/)

Die Verbreitung der ASP erfolgt im Wesentlichen über zwei Wege.

Zum einen regional relativ langsam fortschreitend über infizierte Wildschweine, die, obwohl sie relativ schnell versterben über enge Kontakte in den Rotten und darüber hinaus besonders durch verdrängte Jungkeiler, die Infektion weitertragen. In diesem Fall können auch die Körper der verendeten Wildschweine in den Revieren lange Zeit (bei Temperaturen zwischen 4° bis 20° jahrelang) Ansteckungsquelle sein.

Zum Zweiten, und dies ist ein wenig berechenbarer Weg, kann die Infektion auch über weite Entfernungen in bisher gesunde Wild- und Hausschweinebestände eingetragen werden. Dies geschieht dann über verschmutzte und mit erregerhaltigem Material behaftete Gegenstände wie zum Beispiel Jagdausrüstungen sowie -kleidung oder auch Jagdtrophäen bzw. Fahrzeuge. Kontrollen und zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen an fernfahrenden Transportern an den EU-Außengrenzen sowie in den betroffenen Regionen sollen das Risiko verringern.

Besonders gefährlich ist aber eine Übertragung über erregerhaltige Lebensmittel. In Rohwurst oder Schinken bleibt das Virus der ASP über einen Zeitraum von Wochen bis zu mehreren Monaten ansteckungsfähig. Zwar bestehen für legale Einfuhren von Lebensmitteln tierischer Herkunft aus den betroffenen Gebieten strenge Restriktionen. Jedoch ist die Gefahr der Verarbeitung von Fleisch infizierter Schweine aus den betroffenen Regionen, besonders durch Hausschlachtungen, real. Dann unachtsam in die Natur entsorgte Lebensmittelreste solcher Herkunft, die von Wildschweinen aufgenommen werden, führen zu einer neuen Infektionskette weit entfernt von den eigentlichen Ausbruchsgebieten. Die letzten gemeldeten Ausbrüche in Tschechien und Rumänien können durchaus unter diesem Blickwinkel gesehen werden.

Als Grundregel muss gelten, keine Lebensmittel tierischen Ursprungs oder unbearbeitete, sprich nicht desinfizierte Jagdtrophäen von Wildschweinen aus den Ländern, in denen die ASP vorkommt, mitzubringen. Reiseproviant, und sei es nur die Salami oder der Schinken auf dem nicht gegessenen Brötchen, ist grundsätzlich nur in verschlossenen und sicher verankerten Abfallbehältern auf den Park- und Rastplätzen bzw. zu Hause über die Hausmülltonne zu entsorgen. Zumindest in dieser Hinsicht haben wir es selbst in der Hand, einer sprunghaften Verbreitung entgegen zu wirken.

Die Afrikanische Schweinepest hat, vermutlich durch menschliches Fehlverhalten, einen großen Sprung in Richtung Westen gemacht. Die Restriktionszonen in Polen reichen inzwischen bis an die östliche Grenze Deutschlands heran. Ein Übergreifen der Seuche nach Deutschland ist damit wahrscheinlicher geworden.

Noch ist Deutschland von der Seuche nicht selbst betroffen und hat noch keine Restriktionen nach der Schweinepestverordnung erlassen. Die Arbeitsgruppe ASP des Landwirtschaftsministeriums M-V hat in Zusammenarbeit mit den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern und dem Tierseuchenbekämpfungsdienst beim Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei ein allgemeines Arbeitsdokument für die Fachbehörden erarbeitet. Darin sind die im Land getroffenen ASP-Vorsorgemaßnahmen sowie die Tierseuchenbekämpfungsmaßnahmen im Ausbruchsfall zusammengefasst. https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/lm/Verbraucherschutz/Veterinaerwesen/Tiergesundheit-Tierseuchenbekaempfung/afrikanische-schweinepest-asp/

Besonderes Augenmerk gilt daher der Überwachung der Schwarzwildbestände.

Die Jagdausübungsberechtigten sind verpflichtet, nach näherer Anweisung durch unsere Behörde von jedem verendeten, verunfallten oder krank erlegten Stück Schwarzwild Proben zu entnehmen und zur Untersuchung zu übergeben. Dafür erhält er eine Aufwandsentschädigung von 25,00 Euro.

Um möglichst auch viele der Tierkörper der oben genannten Stücken aus Wald und Flur entfernen zu lassen und ein potentielles Risiko weiter zu vermindern, zahlt das Landwirtschaftsministerium für jedes zur Entsorgung abgelieferte Stück eine weitere Aufwandsentschädigung in Höhe 50,00 Euro. Bei den Forstämtern wurden inzwischen Kadavercontainer zur Sammlung dieser Stücke aufgestellt. Der Standort des nächstgelegenen Forstamtes ist auf der Karte auf unserer Website (siehe unten) ersichtlich. Ggf. benötigte Verpackungsmaterialien in Form von Maisstärkesäcken werden in den Revierförstereien vorgehalten.

Standorte Kadaverbehälter

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