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17.04.2018

Nicht jammern! Machen!

Eine Region wappnet sich für den Kampf um Personal: Wirtschaftstreff mit 80 Westmecklenburger Unternehmern thematisiert die Chancen, die Westmecklenburg als attraktive Tourismus-Destination bei der Suche nach neuen Mitarbeitern für die regionale Wirtschaft hat

Wirtschaftstreff 2018
Stellten sich beim Wirtschaftstreff dem Thema „Wirtschaft und Toursimus fördern, Fachkräfte für die Region“, v.l.: Björn Cleven (MV Werften), Anett Bohnenberg (Regionalmarketing), Kai Lorenzen (Sparkasse), Reinhard Meyer (Staatskanzlei MV), Volker Wünsche (Van der Valk Gruppe) © Sparkasse Mecklenburg-Schwerin / Rainer Cordes

„Ich möchte das Wort Fachkräftemangel gar nicht mehr in den Mund nehmen. Die Werkzeugkisten mit Möglichkeiten, sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren, hat jedes Unternehmen“, findet Björn Cleven, Chef der Personalabteilung der MV Werfen Wismar GmbH. Und berichtet weiter darüber, wie die MV Werften ihre Suche nach weiteren Mitarbeitern gestalten. Über 500 Neueinstellungen konnten die Werften bereits vornehmen, wobei das „Unternehmen über das Produktportfolio bei den Mitarbeitern fasziniert“, unterstreicht Cleven. „Schiffsbauer sind eine stolze Berufsgruppe.“

Über 80 Unternehmer, regionale Verantwortliche und Akteure waren der Einladung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und des Vereins Regionalmarketing Mecklenburg-Schwerin e.V. gefolgt, die wie jedes Jahr im Frühling ihre Partner zum Wirtschaftstreff zusammenrufen. Unter dem übergeordneten Thema "Westmecklenburg fördern – Fachkräfte gewinnen“ war es ausdrückliches Ziel der Veranstaltung, im Dialog mit den eingeladenen Referenten und Gästen darüber zu diskutieren, wie das Standortmarketing aus den verschiedenen Perspektiven aussehen kann und wo die Region aktuell steht. „Wir sehen den Bedarf, dass die Vermarktungsbemühungen besser koordiniert werden müssen. Ideen gibt es viele, an vielen Stellen fördern Partner wie die Sparkassen ganz unterschiedliche Initiativen mit ähnlichen Zielen“, so Kai Lorenzen, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Und mit dieser Einstellung spricht er für viele Unternehmer der Region.

Anett Bohnenberg, Geschäftsführerin des Vereins Regionalmarketing Mecklenburg-Schwerin e.V. berichtet: „Dem Verein ist es in den letzten drei Jahren gelungen, sich für die bessere Koordination vereinzelter Aktivitäten in der Region einzusetzen. Die Inhalte dieser Aktivitäten erreichten durch die Bündelung allein über die Online-Kanäle des Regionenportals www.westmecklenburg.de und die sozialen Netzwerke etwa hundertfünfzigtausend Menschen in den vergangenen acht Monaten. Uns zukünftig auch konkreter im Bereich Fachkräftemarketing einzusetzen, ist der Plan.“

Ein Highlight der Veranstaltung waren die Ausführungen des neuen Staatssekretärs und Chefs der Staatskanzlei Reinhard Meyer. Er konnte als „Rückkehrer“ nach seiner Zeit in Schleswig-Holstein besonders über den Vergleich zu anderen Regionen berichten. Sein Aufruf auf dem Wirtschaftstreff bezog sich auf das Selbstverständnis der Menschen in Westmecklenburg, von denen er sich mehr Selbstbewusstsein wünscht. „Die Voraussetzungen der Region sind nicht halb so schlecht, wie manchmal beklagt wird“, so Meyer. Das Land sieht gerade für Westmecklenburg als einem Teil der Metropolregion Hamburg große Chancen in zwei Fokusthemen, auf dem Wirtschaftstreff führt er die Internationalisierung und auch die Digitalisierung im Gespräch mit den Gästen aus.

Als ehemaliger Wirtschaftsminister Schleswig-Holsteins und mit viel Erfahrung aus der touristischen Arbeit für Mecklenburg-Vorpommern war Reinhard Meyers Beitrag das Bindeglied in der  Diskussion um die Wechselwirkungen von Tourismus und Standortmarketing bei der regionalen Vermarktung.

„Menschen kennen Westmecklenburg als attraktive Destination. Um zukünftig noch gezielter Synergien bei der Ansprache überschneidender Zielgruppen, zum Beispiel Fachkräften, nutzen zu können, werden wir zukünftig noch enger mit dem regionalen Tourismusverband für Westmecklenburg zusammenarbeiten.“, stellt Anett Bohnenberg in Aussicht.

In einer Talkrunde, die von Norbert Bosse moderiert wurde, kam die Diskussion um den Vergleich zwischen Soll- und Ist-Situation bei der Standortvermarktung richtig in Schwung. Volker Wünsche, Unternehmenssprecher der Van der Valk Gruppe Deutschland, berichtete darüber, wohin sich das Unternehmen in der Personalpolitik entwickelt. So bietet das es ein Paket vieler Maßnahmen an, um die Mitarbeiter zu binden, darunter berufliche Weiterbildung, Vorteilsangebote in ganz Deutschland und ein attraktives Entlohnungssystem mit individuellen Gehaltskorridoren. „Was getan werden kann für die Mitarbeiter, das tun wir“, so Wünsche.

Einig waren sich die Diskutanten in der Talkrunde darüber, dass die Region beim Standortmarketing nur gewinnen kann, wenn Initiativen bestmöglich zusammengeführt werden und man kreisübergreifend und auch überregional miteinander arbeitet, zum Beispiel in Richtung Lübeck.