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17.03.2017

Risikobezogene Lockerung der Stallpflicht im Landkreis Ludwigslust-Parchim entspricht Vorgaben des Landes

Stallpflicht bleibt für Risikogebiete, Gebiete mit Restriktionsmaßnahmen nach Auftreten der Geflügelpest und für größere Bestände bestehen / Biosicherheitsmaßnahmen bei Freilandhaltung unbedingt einzuhalten

Nach eingehenden Beratungen zwischen dem Landwirtschaftsministerium und den Landkreisen wurde der Landeserlass erneut geändert. In aufgrund von Risikobewertungen als unbedenklich eingestuften Gebieten kann die Stallpflicht aufgehoben werden.

Eine solche detaillierte Risikobewertung hatte das Veterinäramt des Landkreises Ludwigslust-Parchim bereits erstellt, bevor die die Allgemeinverfügung über die Stallpflicht geändert wurde. Eine entsprechende Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung hatte der Landkreis Ludwigslust-Parchim am 10. März veröffentlicht, sie trat am 11. März in Kraft und entspricht auch den jetzigen Forderungen des Landeserlasses.

Ausgenommen von den Erleichterungen sind aber nicht nur die so genannten Risikogebiete. Es gilt eine strikte Stallpflicht weiterhin auch in den Gebieten, in denen nach Feststellung des Verdachts oder des Ausbruchs der Geflügelpest Restriktionszonen eingerichtet wurden. Dadurch kommen das Territorium der Landeshauptstadt Schwerin sowie weite Teile entlang der Elbe momentan noch nicht in den Genuss der Erleichterungen. In welchen Gebieten zurzeit noch immer Stallpflicht besteht, zeigt die beigefügte Karte.

Auch größere Geflügelhaltungen dürfen ihr Geflügel nicht einfach wieder ins Freie lassen. Sie müssen nach wie vor eine Ausnahmegenehmigung beantragen. In Einrichtungen, in denen mehr als 100 Stück Geflügel potenziell im Freien gehalten werden sollen, ist davon auszugehen, dass die Verhinderung des Kontaktes zu Wildvögeln aufgrund der Flächengrößen schwierig zu realisieren sein wird. Sie bedürfen daher einer Einzelfallprüfung.

Da das Geflügelpest-Virus nach wie vor in der Umgebung präsent ist, ist bei der Haltung von Geflügel im Freien die Umsetzung strenger Biosicherheitsmaßnahmen in allen Geflügelhaltungen, auch in Kleinsthaltungen einschließlich Schuh- und Kleidungswechsel, und Desinfektionsmaßnahmen zum Schutz der Bestände unbedingt erforderlich.

Vor allem dürfen die Tiere nicht im Freien gefüttert und getränkt werden und auch kleinste Wasserflächen müssen so ausgezäunt werden, dass das Hausgeflügel keinen Zugang hat. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren. Zwischen Straßen- und Stallkleidung muss strikt getrennt werden. Für den Stall- und Pflegebereich ist eigenes Schuhzeug zu verwenden. Grundsätzlich ist ein hohes Maß an seuchenhygienischer Absicherung eines jeden Geflügelbestandes zu gewährleisten, insbesondere ist der Personenverkehr auf das für die Versorgung und Pflege des Bestandes notwendige Maß zu beschränken. Selbstverständlich sind Hunde und Katzen vom Geflügel und den Ställen fernzuhalten.